Weihnachten unter Palmen

Völlig übermüdet sitze ich bereits im neuen Jahr in Dubai am Flughafen und schreibe diesen Blogbeitrag für euch ^^ Denn auch, wenn es sich anhört, als hätte meine Platte einen Sprung – mir wird gerade wirklich klar, wie glücklich wir uns in Deutschland mit unseren Internetanschlüssen schätzen können. In der letzten Unterkunft auf den Seychellen im Süden Mahés gab es nur direkt an der Rezeption Internet und dann auch nur extreeeeeem langsam. Ich habe in den letzten Tagen gut 40 Euro nur für eSIM-Karten ausgegeben, damit ich wenigstens hier und da ein paar Fotos sichern und posten kann und ab und an auf dem Laufenden bleiben kann. Aber gut – es soll ja hier heute eigentlich um etwas anderes gehen. Nämlich Weihnachten mal komplett anders. Ohne Familie und Rituale in der Sonne unter Palmen.

La Digue – klein aber fein

La Digue ist die drittgrößte Insel der Seychellen. Sie ist etwa 3 x 5 km groß. Soll heißen, quasi winzig. Wir sind am 23.12. 2022 gemütlich in 20 Minuten bei ruhiger See und Sonnenschein mit der Fähre über gesetzt (diesmal eine kleinere) und wurden mit einem Taxi zu unserer etwa 3 min entfernten Unterkunft gebracht. Die Unterkunft war dieses Mal nicht direkt am Strand, sondern etwas im Hinterland des Ortes, der sich um den Fährhafen gebildet hat.

Auf La Digue gibt es sechs oder sieben Taxis und einige Baustellenfahrzeuge, noch ein paar E-Fahrzeuge (Golf-Carts und kleine E-Busse) und ansonsten nur Fahrräder. Als Tourist ist es nicht möglich ein Auto zu mieten. Also bekamen wir von unserer Unterkunft zwei Fahrräder geliehen und starteten auch direkt zu einer kleinen Erkundungstour zu einem Strand im Nordwesten, Anse Severe, wo dann auch mein Weihnachtsfoto für Euch entstanden ist.

Und was macht ihr Heiligabend so?

Diese Frage wurde öfter gestellt. Unser Heiligabend war ehrlich gesagt ziemlich voll und fast schon stressig 😉 Aber selbst Schuld. Ich habe für morgens zwei Tauchgänge gebucht, Martina war parallel auf einem Schnorchelausflug. Ich habe einige tolle Haifische gesehen (aber nur von einem Paar Weißspitzen-Riffhaie ein Video machen können), der Ammenhai und der Gitarrenhai waren aber auch unglaublich beeindruckend. Außerdem ein riesengroßer Adlerrochen (auch ohne Bild) und unzählige, tolle, bunte und außergewöhnliche Fische (Schwarmfische, Kuhfische, Igelfische, Drachenköpfe, Feuerfische, Steinfische, Anemonenfische, Papageienfische, Doktorfische, Fledermausfische, Muränen, etc.pp.), Oktopusse und eine große, bunte, giftige Seeschnecke. Hier allerdings nur ein paar symbolische Bilder – ich werde aus den besten Fotos und Videos Unterwasser bei Gelegenheit ein Video machen und nachreichen.

Nachdem ich zurück war, sind wir nachmittags noch mit einem transparenten Kanu von einem schönen Strand im Südwesten (Anse Source d‘Argent) zu einem anderen schönen Strand (Anse Pierrot) gepaddelt. An der Anse Pierrot wurde wohl 1988 der Film „Robinson Crusoe“ aufgenommen und auch einige Szenen für den Film „Cast Away“ mit Tom Hanks. Leider war der Ausflug von Anfang bis Ende etwas stressig. Wir waren in einer kleinen Gruppe unterwegs. Es dauerte ewig, bis wir los fuhren. Die Gruppe paddelte mehr oder weniger koordiniert, so dass wir ewig bis zum Ziel brauchten. Der Guide brauchte dann auch ewig, um uns den versprochenen Fruchtteller zu kredenzen. Eigentlich sollten wir um 18 Uhr zurück sein, saßen aber um kurz nach sechs immer noch an der Anse Pierrot (die übrigens ziemlich beliebt und damit überrannt ist).

Das wäre auch alles kein Problem gewesen, hätten wir nicht um 19 Uhr ein Heiligabendessen in unserer Unterkunft gebucht, bei dem alle Gänge immer nur für die gesamte Gruppe serviert werden. Wenn wir also zu spät waren, dann mußten alle warten… Der Sonnenuntergang beim zurück paddeln war trotzdem schön und am Ende waren wir nur 15 Minuten zu spät. Trotzdem: 3 Aktivitäten an einem Tag – das haben wir auch nie wieder gemacht. Es fühlte sich ehrlich gesagt so garnicht nach Weihnachten an. Deswegen habe ich auch die alteingesessenen Rituale nicht wirklich vermißt. Allerdings hat mir das Bild vom mütterlichen Kartoffelsalat schon das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Ich glaube aber für die Zurückgebliebenen war es auffälliger, dass wir nicht da sind, als anders herum 😉

Insel-Radeln

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind wir im Norden um die Insel herum geradelt, bis die Straße zu Ende war. Die Küste im Süden ist sehr wild und mit riesigen Granitfelsen überall ist dort ohne einheimischen Guide kein Durchkommen. Immer wieder verschwinden Menschen bei dem Versuch dort unten auf eigene Faust von einem Strand zum Anderen zu kommen. Entweder muss man durch‘s Wasser, wo starke Strömungen unachtsame Schwimmer schnell weg ziehen, oder man muss durch die Felsen, wo von dünnen Wurzeln und Laub bedeckte, metertiefe Spalten Menschen einfach schlucken. Spannenderweise sind es meistens einzelne, männliche Deutsche fortgeschritteneren Alters (ab 50), die dort verloren gehen. Wir blieben jedenfalls auf den fahrradtauglichen Wegen und tranken unterwegs an der Anse Banane an einer Strandbar eine frische Kokosnuss.

Auf dem Rückweg sind wir an einigen lustigen Schildern vorbei gekommen. Die Farben der Baumstümpfe und die Erklärungen darauf sind übrigens die Farben der Flagge der Seychellen.

Zu Fuß ist auch schön

Am zweiten Weihnachtsfeiertag haben wir beschlossen, eine als „einfach auf eigene Faust machbar“ bezeichnete Wanderung in den Süden der Insel zu machen. Ich konnte ehrlich gesagt auch keine weitere Minute im Sattel des Leihfahrrads sitzen. Ich bin Fahrradfahren halt nicht gewöhnt 😉 So sind wir also zu Fuß aufgebrochen zur Grande Anse, von dort zur Petite Anse mit dem Ziel zur Anse Cocos vorzudringen. Der Weg war gut erkennbar,man mußte aber immer wieder steil die Felshügel herauf kraxeln und auf der anderen Seite wieder herunter. Daher haben wir auf dem Hügel zwischen der Petite Anse und der Anse Cocos aufgegeben und sind zurück gegangen. Wandern ist bei 29/30 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit auch kein Pappenstiel. Es war trotzdem wunderschön diesen noch recht wilden Teil der Insel einmal aus der Nähe zu erleben.

An diesem Abend hatten wir ein Weihnachtsmenü im „Belvue“ gebucht. Hierfür wird man mit einem Taxi abgeholt und auf den höchsten Berg von La Digue gebracht. Das letzte Stück muss man allerdings laufen, da es extrem steil ist und die Straße schmal und voller Löcher. Aber was soll ich sagen… Es ist jede Mühe wert! Der Ausblick ist unbeschreiblich!

Der letzte Tag

Für unseren letzten vollen Tag auf La Digue war ich noch einmal Tauchen, während Martina noch einmal im Naturpark „L’Union Estat“ war. Für mich hat sich das extrem gelohnt, denn auf einem dieser Tauchgänge habe ich ENDLICH auch eine Meeresschildkröte beobachten dürfen! Ein Traum! So ein wunderschönes Tier.

Am nächsten Morgen sind wir ganz früh wieder zurück nach Mahé übergesetzt. La Digue ist eine wirklich tolle kleine Insel und hat übrigens den besten Italiener der ganzen Seychellen! Aber hier ist auch alles sehr, sehr teuer. Es hat sich trotzdem absolut gelohnt. Auch, wenn es sich nicht wirklich nach Weihnachten angefühlt hat 😉

6 Antworten

  1. Avatar-Foto Tina sagt:

    Huhu Vanessa,
    ein gesundes, aufregendes und fröhlich-friedliches Neues Jahr wünsche ich Dir – nachdem wir aus unserem beschaulichen Italien Urlaub wieder zurück sind, hole ich jetzt Deine Berichte mal auf…..
    Die Seychellen waren auch noch auf meiner to-Do Liste, allerdings wußte ich bis dahin noch nicht, daß man dort Gefahr läuft, von oben mit Spinnen „beregnet“ zu werden…..uuuuuuhhhhhh
    Ich denke ich suche mir besser ein anderes „Traumziel“……..hihihi
    Wünsche Dir weiterhin eine schöne Reise und viele tolle Erlebnisse.
    LG
    von der Tina

    • Vanessa Vanessa sagt:

      Du,die Spinnen sind komplett harmlos 🙂 die sitzen brav in ihren Netzen und bewegen sich nicht. Es gibt auf den Seychellen ab Land nichts, dass Dich ernsthaft in Gefahr bringen könnte.

  2. Avatar-Foto Dania sagt:

    Fantastische Fotos, vielen Dank!!!
    Dir noch die besten Wünsche für 2023 und eine tolle weitere Reise!
    Wie lange bist Du noch unterwegs?

    Zum Adlerroche ….. Imposantes ‚Tierchen‘, aber ich hätte den Tauchgang wegen Schnappatmung (Länge x Breite ca. 1,60m) wohl nicht überlebt! *lach*
    LG Dania

  3. Avatar-Foto Eva sagt:

    Boah, was für geile Bilder!

    Den Adlerrochen und die Seeschnecke hätte ich ja gerne gesehen.

    Und wie du bist in Dubaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii??????????????????????? Bringst du mir von da ein T-Shirt mit? In XL und bunt oder so 🙂 Ich würde sooooooooooooooo gerne mal nach Dubai, aber das wird wohl nix.

    VG und noch alles Gute für 2023!

    • Vanessa Vanessa sagt:

      Vielleicht wenn ich im Februar zum Heimatbesuch da durch komme 😉 einen kleineren Adlerrochen und die Schnecke habe ich auf Videos… den Rochen hat Juan ebenfalls aufgenommen.

Kommentare sind geschlossen.