Wüsten-Vibes

Heute möchte ich euch von meiner aktuellen Reise nach Jordanien erzählen. Wieso also eigentlich Jordanien? Und gerade zu dieser Zeit?! Nun – ich hatte das Gefühl wieder mal “raus” zu müssen und versucht eine Madagaskar-Reise zu buchen… Leider konnte diese nicht bestätigt werden. Und die nächste auch nicht… und die nächste auch nicht… Also habe ich mir überlegt, wo ich sonst noch hin könnte. Warm musste es auf jeden Fall sein, es musste etwas faszinierendes geben, was ich so noch nicht gesehen hatte und es sollte möglichst nicht allzu weit weg sein. Und da ich schon immer mal nach “Petra” wollte und etliche Leute in meinem Dunstkreis so begeistert davon berichtet hatten, sprang mich Jordanien geradezu an. Also fix gebucht und ab in’s Haschemitische Königreich.

Nachtflug via Instanbul

Da es auch nicht ALLZU teuer werden sollte, habe ich einen abendlichen Flug in die Nacht via Istanbul gebucht. Die Aussichten waren wirklich schön, auch wenn ich so leider fürchterlich müde morgens um 4 erst in meinem Hotel in Amman ankam. So habe ich den ersten Tag dann auch gleich größtenteils verschlafen ^^

In die Wüste geschickt

Nach meinem Ausschlaf-Tag ging es mit einer netten, irischen Mitreisenden zu einem kurzen Abendessen und am nächsten Morgen auch gleich Richtung Süden in’s Wadi Rum. Wadi ist der arabische Begriff für ein Trockental mit steilen Felsufern, dass bei Regen sturzflutartig überschwemmt werden kann. Das passiert vor allem in der Regenzeit im Winter. Dann kann es in Jordanien auch bitterkalt werden, auch so muss ich sagen, dass es tags meist um die 24 Grad, sonnig und windig war und es nachts ganz schön frisch wurde. Im Wadi hatten wir nur noch 14 Grad. Wir bezogen halb-feste Zelte und machten uns auf eine Rundfahrt. Funfact: In Wadi Rum wurde unter anderem für Mars Attacks gedreht.

Die Felsen und der Sand bilden eine faszinierende Landschaft, der Sonnenuntergang war Wüsten-typisch dramatisch schön und der Sternenhimmel war einmalig. Leider bin ich nicht gut darin Sterne zu fotografieren mit der “guten” Kamera habe ich nur drei einsame Lichtpunkte hin bekommen. Das iPhone ist da inzwischen allerdings eine ganz andere Klasse…

Zum Roten Meer

Nach unserer Nacht im Wadi Rum ging es weiter nach Süden – bis wir in Aqaba auf das Rote Meer trafen. Tatsächlich teilt sich Jordanien die kleine Bucht mit Israel und Ägypten, die man hier alle auf einen Streich von der Küstenpromenade aus sehen kann. Auch hier hat man vom aktuellen Konflikt übrigens nichts mitbekommen, auch wenn unser Guide uns täglich mit News über “das besetzte Palästina” versorgte. Was uns nämlich so allen gar nicht bewusst war: 50 bis 60% der Jordanischen Bevölkerung besteht aus in den letzten 75 Jahren geflohenen Palästinensern und ihren Nachkommen. Somit hat fast jeder in Jordanien direkte oder erweiterte Familie im Konfliktgebiet. Ich finde es sehr bewundernswert, dass die Regierung und durchaus auch die Bevölkerung außer deutlichen Meinungsbekundungen wirklich raus halten. Der König verurteilt den Angriff auf Zivilisten – egal, auf welcher Seite und betont, dass jedes Leben wertvoll ist und man versuchen muss, friedlich zusammen zu leben.

Aber ich schweife ab. In Aqaba steht die weitgehend gut erhaltene Ruine einer ottomanischen Burg, die später die Schalt- und Walt-Zentrale der Arabischen Revolution wurde. Deswegen weht auch heute noch deren Flagge an dieser Stelle – aktuell eben auf Halbmast, wegen der vielen Opfer in den Nachbarländern. Wir waren außerdem in einem schicken Resort, um dort ein wenig zu schnorcheln. Man konnte nicht so weit hinaus und das Wasser war ECHT frisch, aber die kleinen Riffe waren vielfältig und gesund, selbst in nächster Nähe zum Strand gab es Feuerfische, Muränen, Clownfische, Kugelfische und einige größere Falterfische sowie unzählige kleinere Gesellen. Fotos habe ich davon aber keine.

Little Petra

Lange hielten wir uns nicht auf, denn am nächsten Tag ging es gleich weiter in Richtung unseres Highlights! Aber – da das nach der Anreise nicht mehr so viel Sinn macht, sind wir erst einmal “nur” nach Klein-Petra gefahren. Hier bekommt man schon einen guten, ersten Eindruck, was für geniale Baumeister die Nabatäer waren. Die Nabatäer waren ein recht erfolgreiches Beduinen-Völkchen, dass sich hier an der Haupt-Handelsroute nach Süden an einem gut versteckten, sehr gut zu verteidigenden und vor allem hervorragend mit Wasser zu versorgenden Ort nieder gelassen haben. Durch ihren Handel haben sie viele Ideen unter anderem von den Römern und Byzantinern mit gebracht. So wurde durch ein Rohr-System das ganze Tal mit Frischwasser aus verschiedenen, mit Dämmen angestauten Wasserquellen versorgt.

Ihre Behausungen sowie Staats- und Religions-Gebäude haben sie alle direkt in den und aus dem Stein gemeißelt. Dabei sind sie von oben nach unten vorgegangen. Es ist wirklich sehr beeindruckend mit welcher Präzision sie verschnörkelte Figuren und gerade Säulen direkt aus dem Fels hervorgezaubert haben. In “Little Petra” eben noch alles in klein 🙂

Das Highlight der Tour hebe ich mir dann aber für’s nächste Mal auf 😉 Gleich muss ich nämlich los in Richtung Flughafen. Den nächsten Beitrag schreibe ich dann vermutlich vom Flughafen aus und veröffentliche ihn in ein paar Tagen. Nach so langer Abstinenz vom Blog kann ich euch ja nicht gleich wieder überfordern. In diesem Sinne: bis die Tage!

4 Antworten

  1. Avatar-Foto Eva sagt:

    Ach wie cool mal wieder!

    Was ist denn dieses kleine runde Ding mit den Figuren? So etwas wie ein Mobilè?

    Voll niedlich!

  2. Avatar-Foto Heidi sagt:

    Ich wünschte ich wäre dabei gewesen. Hab dank fürs “mitnehmen”

Kommentare sind geschlossen.

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